Rantum zählt gerade einmal 500 Einwohner und ist somit nicht nur eines der kleinsten Dörfer der Insel sondern auch noch das schmalste: gerade einmal 600m ist der Weg von der rauchen Westseite mit der oft harschen Brandung hin
zur Ostseite und dem ruhigen Wattenmeer. Das einst aufgrund von
Sturmfluten stark gebeutelte und infolge dessen stark verarmte Dorf mit
gerade einmal noch 5 Familien lässt bei einem heutigen Besuch kaum noch
etwas von seiner schlimmen Geschichte erahnen.
Inzwischen gilt Rantum als eines der Gourmet-Adressen Nummer eins auf der Insel Sylt. Was Kampen für die Handtaschen-Sammler ist, das ist
Rantum für die Feinschmecker. Deutschlandweit haben sich das
Edel-Strandbistro Sansibar oder das Hotel Sölring Hof einen Namen
gemacht:
Sansibar, beziehungsweise die „Hütte an den Dünen“,
wie sie von vielen Stammgästen liebevoll genannt wird, hat inzwischen
Kult-Status weit über die Inselgrenzen hinweg. In gehobener und
trotzdem ungezwungener Atmosphäre kehren hier sowohl Prominenz also
auch „normale“ Urlauber ein, um im Sommer auf langen Holzbänken dicht
nebeneinander gedrängt die erlesenen Wein- und Speisekarten zu
studieren. Im Winter oder an schlechten Tagen zieht man sich zurück ins
Gemütliche Innere des Holzhauses, welches speziell zur Weihnachtszeit
immer ganz besonders liebevoll geschmückt und eingerichtet wird. Die
Art der Speisen richtet sich im Hause Seckler nach der Uhrzeit:
Tagsüber gibt es eher deftige Speisen, gegen Abend hin werden feinere
Gänge serviert (geöffnet täglich ab 11 Uhr).
Eine weitere Institution ist inzwischen der Sölring Hof von Johannes King. Die Küche des zur Dorint Kette gehörende Hotel wurde
bereits zum wiederholten Male von Michelin mit zwei Sternen gekrönt und
gehört mit seinen 50 Plätzen und offener Küche sicher mit zu den
Top-Restaurants auf Sylt. Serviert wird feine klassische Küche, mittags
und sonntags ist jedoch geschlossen.
Desweiteren profitiert Rantum von einer weiteren Attraktion: Direkt
neben dem kleinen Hafen, welcher heute nur noch als Anlegestelle für
private Boote und Surfkurse dient, sticht der moderne Glasbau der Sylt-Quelle aus dem sonst eher maritimen Ortsbild heraus. Seit 1993 fördert man
hier das jodhaltige Wasser aus einer Wasserblase unterhalb der Insel
und verkauft es in eleganten Wasserflaschen an Gastronomie und insulare
Supermärkte. Inzwischen hat sich die Sylt-Quelle auch als Treffpunkt
für Kulturfreunde etabliert: Der so genannte Kunstraum organisiert und
stellt Räume für Ausstellungen, Lesungen und Konzerte zur Verfügung.
Wer sich bereits in der Nähe des Hafens befindet, sollte auch gleich einen Abstecher zum Rantum Becken machen. Das ursprünglich im zweiten Weltkrieg für das Starten und
Landen von Wasserflugzeugen künstlich angelegte Gebiet beherbergt
inzwischen hunderte verschiedene Vogelarten und ist vor allem im Sommer
Weideplatz für die Sylter Schafsherden. Der Wanderweg direkt um das
Rantum Becken beträgt 5 Kilometer, wandert man jedoch noch weiter am
Deich entlang oder durch die weitläufigen Wiesen von Sylt-Ost, kann man
auch problemlos bis zu den Nachbargemeinden wie Archsum, Morsum oder
Keitum wandern bzw. diese mit dem Rad erreichen.